




Rennbericht:
4. 24h Rennen am Semmering 7.-8. August 2010
Der Startschuss für die finalen Vorbereitungen fiel bei mir schon am frühen Freitagmorgen, denn die riesen Liste an Equipment und Ersatzteilen, die ich mit Lois letztes Wochenende zusammengestellt habe, mussten noch in den Bus geladen werden. Beim Blick auf die Liste warf es mir tiefe Sorgenfalten auf die Stirn, wie all das Zeug nur ins Auto rein passen sollte...
Als dann alles (mein Zuegs) endlich im Bus war, ging die Reise los, ab nach Wals den Lois und den erschreckend großen Berg an Gepäck aufladen.
Als das geschafft war, machten wir noch einen kurzen Boxenstop in der Apotheke, um uns mit wichtigen Utensilien wie Pflaster, Tape und Salbe einzudecken.
Dann gings ab nach Ainring, den Felix, um unseren Betreuer abzuholen. Als auch das endlich geschafft war, wars 13:00 Uhr und die Reise an den Semmering konnte los gehen.
Gesagt getan, dort angekommen, hatten wir erstmal einen Schock zu verdauen und zwar, dass die besten Plätze im Fahrerlager schon alle vergeben waren! So mussten wir uns mit einem Platz mit mehr oder eher weniger Asphalt begnügen, was sich später noch als Fehler herausstellen sollte. Na ja egal, raus mit den Bikes, schnell das Zelt aufgestellt und ab zur Streckenbesichtigung. Dann beim Start oben angekommen, wartet die nächste Überraschung, „Strecke gesperrt!“, steht da auf einem Schild, das zwischen der Streckenbegrenzung gespannt war. Das wars also mit der Besichtigung für heute!!
Bei Frischgegrilltem und dem ein oder anderen „Elektrolytgetränk“ fand der Tag doch noch einen versöhnlichen Ausgang - auch wenns in der Nacht wie aus Kübeln schüttete!
Tag 1:
Um acht Uhr klingelte der Wecker, doch Lois, Felix und ich saßen bereits beim Frühstück. Ich weiß nicht genau, wer von uns nervöser war, ich der Startfahrer, Lois der 2 h länger zittern musste bis er auf die Strecke durfte, oder Felix der am wenigsten abschätzen konnte was als Betreuer auf ihn zu kam. Nach dem Frühstücken begannen wir die letzten Feinheiten an den Rädern vor zu nehmen und sie auf die Strecke abzustimmen. Während Felix und ich die Schlammreifen auf meinen zweiten Laufradsatz montierten ,saß Lois im Klappstuhl und „zwickte“ die Mittelstollen seines Wetscreams, was ihm den entscheidenden Vorteil bringen sollte.
Fertig angezogen, für ein kurzes Einrollen auf der Strecke, brachte der Blick auf die Uhr die Ernüchterung – Ridersbrifing o.k. Raus aus den Trainingsklamotten und ins Renntrikot, Startnummer auf den Rücken und ab zum Brifing. Pünktlich um 11:00 beginnts nun endlich zu tröpfeln und ich muss noch einmal zurück zum Auto und mein Vorderrad sicherheitshalber auf Schlamm umstecken. Durch den Blick zum Himmel und das Vertrauen in den Wetterbericht, der am Nachmittag Wetterbesserung versprach, ließen mich hinten einen Allrounder oben lassen. Pünktlich zum Le Mans Start regnete es dann wie aus Kübeln, was mir ein Schmunzeln entlockte, da ich mir gerade vorstellte, wie meine Mitstreiter die rutschige Wiese am Hintern runter rutschten. Da, der Startschuss und ab gings! Es wurde geschupft, gedrängt, gezogen und geschoben und die ersten rutschten wie in meinen Gedanken am Hintern die Wiese zu den Rädern hinunter. Nach den ersten Runden hatte sich alles halbwegs geordnet und ich bemerkte, dass der Allroundreifen doch etwas an Traktion und insbesondere an Seitenhalt vermissen lies und so ließen ich die unzähligen Wiesenkurven und Schrägfahrten nur quer bewältigen, was zwar Spaß machte aber nicht unbedingt schnell war. Weiters stellte sich heraus, wie wichtig es war, einen Betreuer zu haben, der an der Strecke war und uns jede Runde mit frischen Tüchern zum Brilleputzen sowie Getränken versorgte.
Um 14:00 wars dann auch für Lois so weit, er durfte endlich auf die schlammig rutschige Strecke und brannte konstant gute Zeiten in den Zau[:ber:]g.
Gegen Abend hörte der Regen dann auch auf, und die Strecke begann aufzutrocknen und dazu kam der stagnierende Verkehr, die optimalen Zutaten für schnelle Runden.
Gegen 22:00 schielten wir das erste Mal auf den Zwischenstand und wir waren überrascht - uns ziemlich weit oben an 3. Position zu finden.
Da kams zwischen Felix und mir zu einem kleinen Missverständnis, dass Lois um seine Pause und mich um eine halbe Stunde Downhill brachte.
Die top ausgeleuchtete Strecke machte in der Nacht richtig gute Laune, auch wenn die Arme nach 6 h dh erste Ermüdungserscheinungen hatten.
2. Tag
Die Strecke trocknete von Fahrt zu Fahrt ab und die Anlieger hatten immer mehr Grip. Ein Trend an der Spitze zeichnete sich ab, denn nur noch Team Nox und wir waren noch in der selben Runde und lieferten uns einen harten Kampf um die Spitze mit vielen Führungswechsel. Nach vielleicht etwas zu schnellen Runden in der Nacht hatten wir beide zu kämpfen, um den richtigen Rythmus auf der immer schneller werdenden Strecke zu finden und das Team Nox zog uns ein wenig davon. Als ich zu meinen „letzten“ 2h-Block aufbrach, gab mir Lois noch einen entscheidenden Tipp mit: „Foa foigas dann g´spierst de hend ned a so“!!! gesagt getan und er hatte Recht beim Vollgasfahrn hast wirklich andere Probleme als deine Hände! Und wir gingen nach gewaltiger Vorarbeit vom Lois gegen Ende meiner 2h (10:00 Uhr) wieder in Führung. Dann gingen die chaotischten 2 h des ganzen Wochenendes an. Die letzten 2h waren Nervenkitzel pur! Lois kam nach einer knappen Stunde beim Einsteigen mit der Bitte, dass ich doch noch schnell 2-3 Runden fahren sollte, weil er eine kurze Pause brauche. Gut, Reifen noch einmal wechseln, in die Wechselzone sprinten ,Chip übernehmen und ab auf die Strecke. Nach einer Runde kam ich zur Bahn und eine riesige Schlange Fahrer war vor mir. Die Gondel streikte und unser schwer erkämpfte Vorsprung war verpufft, denn die Startnummer 223 stand nun auch genau neben mir in der Schlange.
Wenn ich jetzt alle Missgeschicke aufzähle, die uns und dem Team Nox in den letzten 2h passiert sind, dann brauche ich noch ein paar Seiten! Also in Schlagworten: Kettenriss, Patschen, Stürze..... zum Schluss gings heiß her, denn wir benötigten unbedingt eine Runde Vorsprung zum Sieg, denn bei gleicher Rundenzahl zählte der bessere Schnitt an Abfahrtszeiten und da war das Team Nox um 2 Sekunden schneller als wir. So fieberten Felix und ich den letzten Minuten entgegen, ob es Lois schafft, noch einmal hoch zu kommen bevor er abgewunken wird. Denn Team Nox ist um 2min vor 12:oo noch mal hoch. Jetzt heißt es zittern obs der Lois noch schafft, dass er in die Gondel kommt. Beim Blick auf die Uhr explodieren wir fast vor Nervosität, dann endlich 11:59:30 erster Blickkontakt auf der Strecke in der Schrägfahrt ober dem Ziel doch reichts bis in die Gondel.... Der Moderrator zählt das Finale an 10,9,... da kommt Lois in einem weiten Satz über den Zielsprung geflogen und ab in die Gondel!!!!
Am Ende haben 7 Sekunden über Sieg oder Niederlage bei einem 24 Stundenrennen entschieden und wir waren extrem glücklich beim ersten Antreten am Stockerl ganz oben zu stehen und den Sekt zu verspritzen.
Euer Philipp
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